Dienstag, 11. Dezember 2012

Wir feiern das Scheitern! - Mit Ben & Jerry's

"Go and make interesting mistakes, make amazing mistakes, make glorious and fantastic mistakes. Break rules. Leave the world more interesting for your being here! [...] Where would be fun in making something you knew was going to work?" - Neil Gaiman
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Das Wort "Scheitern" hat einen sehr bitteren Beigeschmack. Etwas geht schief, eine geniale Idee entpuppt sich als Trugschluss, man sitzt einer Fehleinschätzung auf, verplant ein Projekt, oder vertut vielversprechende Chancen - all dies ist schmerzvoll, unangenehm, negativ.

Stimmen, die einem von einer Niederlage angekratzten Ego raten, das Beste aus dem Erlebten zu machen, werden meist überhört. Dabei liegt in jedem Scheitern, jedem gemachten Fehler, großes Potential.

Nur wer Fehler macht, macht etwas - sagt sinngemäß ein altes Sprichwort. Nicht jeder Versuch, egal ob beim Sockenstricken oder beim Gründungsversuch des eigenen Startups, wird automatisch glücken. Wer scheitert, lernt jedoch - zwangsläufig!. Konkret lernt er, wie man es nicht macht und welche Fehler man vermeiden muss um bei einem neuen Versuch erfolgreicher zu sein. Die Angst vor dem Scheitern hingegen tötet Innovation, Kreativität und Ideen - und was wäre schlimmer?
Angst vor dem Scheitern macht dich garantiert kaputt. Du gehst immer brav die Straße entlang, du riskierst nie etwas, du biegst nie in die kleinen Seitenstraßen ein, die du siehst, denn du sagst dir: Verlockend sieht es ja aus, aber ich kenne diese Straße nicht. Ich bleibe lieber hier und laufe schön geradeaus weiter
Jack Lemmon
Die Sorte "Peantus! Popcorn" gab es nicht einmal ein Jahr lang. Bildquelle
Ein schönes und oft zitiertes Beispiel dafür, wie ein Projekt sehr konstruktiv scheitern kann, ist jenes des Erfinders Spencer Silver. Sein Vorsatz, ein Rezept für einen Klebstoff mit neuer, besserer Klebkraft zu finden, scheiterte kläglich. Er musste sich eigestehen, dass sich der von ihm entwickelte Kleber von Oberflächen löste und nicht dauerhaft daran haften blieb. Der fehlerhafte Klebstoff sollte jedoch einem Kollegen Silvers, Art Fry, auf ungeahnte Weise zu Hilfe kommen. Fry ärgerte sich häufig über Lesezeichen, die aus seinen Gesangsbüchern fielen. Er besorgte sich also Proben von Silvers Klebstoff, brachte sie auf seinen kleinen Merkzetteln an - und geboren ward etwas, das heute als "Post It" aus keinem Büro mehr wegzudenken ist.

Wie man gescheiterte Unternehmungen feiert, anstatt sie zu beklagen, zeigt vorbildhaft ein Projekt des amerikanischen Eiscreme-Herstellers Ben & Jerry's: Hier werden Eissorten, die nie in die Produktion gelangten oder deren Produktion wieder eingestellt werden musste, auf einem so genannten "Flavour Graveyard" zu Grabe getragen (bei gewissen Sorten, wie "Pepperoni Pizza with Anchovy Swirl" oder "Chips 'n' Dip, Sour Cream Onion Ice Cream with Potato Chips", kann man dies sogar nachvollziehen). In fast 35 Jahren Firmengeschichte kamen da so einige Sorten zusammen und es werden immer mehr. Durch eine gesunde Fehlerkultur wird der Mut zu Neuem und zum Ausprobieren von Ideen erhalten,

Ein Hoch also den Fehlern! Sie helfen uns beim Lernen, uns zu entwicklen und bringen uns weiter. 

Mehr über gesundes Scheitern und das Feiern von Fehlern lesen Sie hier, hier und hier.
Der Karrierespiegel hat überdies den Selbsttest- "Wie hoch ist Ihr Scheiter-Risiko?"














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