Dienstag, 7. September 2010

Die Natur gibt uns alles, wir müssen es nur nutzen


 
 
 
Energie aus der Sonne bezieht NET Gründer Franz Schweighofer nicht nur für sein Unternehmen, sondern auch für sich selbst und seine Vision „Autonomie durch erneuerbare Energie zu schaffen“. wegmarken sprach mit dem Salzburger Unternehmer beim ersten wegmarken.salon darüber, was ihn antreibt und warum Sonnenenergie die Zukunft der Energieversorgung ist.

Salzburg 7.9.2010 / 8.30: das war der Start für den „wegmarken.salon“ , der diesmal im Showroom des Designers Stefan Knopp – in Salzburgs ältester Bäckerei - stattfand. Erster Gast war Franz Schweighofer, Gründer und Inhaber des Salzburger Unternehmens NET – Neue Energie Technik. Franz Schweighofer lebt seinen Beruf und wer ihn über Sonnenenergie und Photovoltaik sprechen hört, kann sich seiner Begeisterung für neue Energietechniken kaum entziehen. Denn Schweighofer bezieht im wahrsten Sinne des Wortes seine Energie aus der Sonne. Die Erfindung, Entdeckung und Umsetzung neuester Technologien für die Nutzung von  Sonnen- und Windkraft sind von Kindheit an seine Antriebskraft.

Franz Schweighofer
Short.cut
Franz Schweighofer ist Eigentümer und Geschäftsführer des Salzburger Unternehmens NET - Neue Energie Technik. NET wurde 1996 gegründet und ist spezialisiert auf die Entwicklung von technisch hochwertigen Systemen zur Energiegewinnung aus 100% Sonnen- und regenerativer Energie sowie auf die Schaffung autarker Engergieregionen. International setzte Franz Schweighofer Projekte u.a. in Indonesien, Afrika und Südamerika um.

Schweighofers wegmarken

Die Idee war immer schon da…
Meine Geschichte hat eigentlich schon in der Jugend begonnen. Als kleiner Bub habe ich bei St. Leonhard ins Gebirge geschaut und immer gesehen, wie das Wasser den Berg herunterrinnt. Dabei habe ich mir erstmals überlegt, wie man sich energieautonom verhalten kann. Diesen Gedanken habe ich dann zuhause einfach umgesetzt und meine ersten kleinen Energieanlagen gebastelt.

Tatendrang und Förderer…
Nach meiner Schulzeit habe ich eine Lehre bei der Salzburger Firma Steiner als Kaufmann absolviert und wurde dort von Anfang an gefördert und unterstützt. Ich habe eigentlich alles tun dürfen, was ich mir in den Kopf gesetzt habe. Danach konnte ich im technischen Einkauf bei Firma EMCO anfangen und bin dort durch meinen Wissensdrang in den elektronischen Bereich und Maschinenbau hineingekommen, wo ich auch internationale Erfahrung sammeln konnte. Dabei habe ich erkannt, dass „Erneuerbare Energien“ weltweit immer wichtiger werden und wollte das konkret umsetzen. In der Firma habe ich nach vielen - auch nächtlichen Gesprächen - eine Reihe von Leuten gefunden, die diesen visionären Weg mitgegangen sind. Auch das Management hat die Idee mitgetragen und uns erste finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt. Wir hätten alle Voraussetzungen gehabt, das Unternehmen in diesem Bereich groß zu machen. Leider gab es dann 1996 Liquiditätsengpässe. 

Der Zeit einen Schritt voraus…
1996 habe ich mich selbständig gemacht, hatte aber kein Geld für unsere Projekte. Die Idee war, diese neue Technologie in Schwung zu bringen und vorwiegend Sonnenenergie zu nutzen. Wir waren dabei aber schon viel weiter als viele Förderstellen und haben zumeist nur gehört „das was wir machen, braucht keiner“. Wir haben unsere Idee dennoch weiterentwickelt. Das heißt, die Ermöglichung von Energiegewinnung aus Wind und Sonne und auch erstmals die Energiespeicherung. Meine Vision war, weg von der Verbrennung, hin zur Gewinnung verbrennungsfreier Energie. 

Mit den Menschen reden…
Ich bin dann eines Tages spontan auf die Welser Energie-Messe gefahren, habe meinen Anhänger ausgeklappt und habe meine Idee einfach erzählt. Dort habe ich dann zufällig einen Vertreter eines großen Mobilfunkbetreibers getroffen, der einen Energieversorger gesucht hat. Ich habe einfach gesagt, ich kann das alles machen und habe am nächsten Tag daheim in meinem Garten alles schnell aufgebaut, damit man irgendwie sieht, wie ich mir das vorstelle. So erhielt ich plötzlich Aufträge im Wert von 5 Mio. Schilling für die Ausstattung der gesamten Telekommunikation in den Bergen und wir konnten das auch einwandfrei realisieren. So hatten wir dann Geld für unsere nächsten Projekte. Bei der weiteren Geschäftsentwicklung war sicherlich auch ein wenig Glück dabei, aber ich habe immer Chancen ergriffen und einfach meine Ideen vorgestellt. Wenn man mit den Menschen redet, findet man vieIe, die offen sind für unkonventionelle Ideen und neue Lösungen.

Sonne gibt es überall…
In den letzten Jahren hat sich viel getan am Markt für neue Energien, das hat uns sicher geholfen. In Deutschland wurde das Potential der EE früher erkannt und auch in Österreich war das Thema dann kurz präsent, da haben wir zum Beispiel den Flughafen Salzburg mit unserer Energietechnik ausgestattet. Wir setzten auch viele internationale Projekte durch. In den USA arbeiten wir zum Beispiel mit Rolls Royce zusammen - da bin ich auch einfach hingefahren und habe meine Vision der Turbinentechnik zur Stromgewinnung präsentiert. Das ist ja das Schöne an dieser Energietechnik, Sonne und Wind gibt es überall auf der Welt und man ist nicht mehr abhängig von den klassischen Rohstoffen.

Die Zukunft liegt in der Region…
Eines meiner größten Anliegen ist es, die ländliche Region wieder zu stärken und energieautonom zu machen. In jedem Ort kann die gesamte Energieversorgung unabhängig umgesetzt werden, man muss es nur tun. Damit werden Gesellschaften einerseits wieder zusammengeführt und andererseits unabhängig von den großen Energiekonzernen. Jeder kann sein Haus mit Photovoltaik heizen, kühlen und Warmwasser aufbereiten. Umweltschonend und kostensparend. Mit dieser Mission bin ich quasi als Apostel unterwegs.

Meine Philosophie:
Die Natur gibt uns alles, wir können uns selbst versorgen und brauchen nicht mehr.

Ich bin:
Überzeugt, dass Autonomie die Zukunft der Energieversorgung ist.

Im Berufsleben sollte man:
Visionen haben und diese umsetzen. Junge Leute fördern und ihre Ideen unterstützen.



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